Natur trifft Hochkultur
Die Tiroler Festspiele vereinen Hochkultur und Natur wie sonst kein anderer Ort in Europa. Diesen Sommer erwarten Sie u.a. Der fliegende Holländer, Suor Angelica, Carmen und die ÖEA von We Are The Lucky Ones.
Die Tiroler Festspiele Erl stellen ihren Sommerspielplan 2026 in eine dramaturgische Klammer aus Oper, Konzert und szenischen Formaten, die sich an zwei Werkpaaren und mehreren Schwerpunktwochenenden orientiert. Im Zentrum steht die doppelte Abendproduktion aus Hector Berlioz’ Cléopâtre und Giacomo Puccinis Suor Angelica. Beide Werke werden szenisch verbunden und an mehreren Terminen im Juli gezeigt. Die musikalische Leitung liegt bei Edward Gardner. Die Inszenierung beider Werke übernimmt die Regisseurin Deborah Warner, eine der großen Regisseurinnen unserer Zeit. In Cléopâtre ist die Partie der ägyptischen Königin mit der Sopranistin Véronique Gens besetzt. Ihre Interpretation steht im Spannungsfeld zwischen klassischer französischer Vokaltradition und der rhetorischen Zuspitzung der Berlioz’schen Kantate. In Suor Angelica übernimmt die amerikanische Sopranistin Corinne Winters die Titelpartie, flankiert von einem Ensemble aus charakteristisch gezeichneten Rollen wie der Principessa oder der Badessa. Ein weiterer opernzentrierter Höhepunkt ist die konzertante Aufführung von Carmen. Hier steht der Tenor Michael Fabiano als Don José im Mittelpunkt, eine Partie, die stark auf psychologische Zuspitzung und stimmliche Durchschlagskraft angelegt ist. Die Produktion ergänzt den Sommerzyklus um einen dritten großen Opernkomplex außerhalb der Doppelabende. Das Konzertprogramm erweitert den Opernrahmen um solistische und kammermusikalische Formate. Das Kammerorchester Basel gestaltet einen Abend unter dem Titel Let’s Dance, gemeinsam mit der Cellistin Hayoung Choi, mit Repertoire von Brahms bis Tschaikowski. Francesco Piemontesi widmet sich in einer Matinee Mozarts Klavierkonzert in C-Dur und setzt damit einen klassischen Schwerpunkt innerhalb der Reihe. Auch szenisch-literarische Formate sind Teil des Programms. Die Lesung Ménage à trois widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Clara und Robert Schumann und Johannes Brahms und verbindet Textpassagen mit musikalischen Kommentaren. Im interdisziplinären Bereich steht Urlicht – Primal Light auf dem Programm. Hier treffen Gustav Mahlers Musik, die Tiroler Musicbanda Franui und die australische Compagnie Circa aufeinander. Musik, Bewegung und Akrobatik werden dabei nicht getrennt behandelt, sondern als gleichwertige Ausdrucksebenen nebeneinandergestellt. Die Sommerwochen der Festspiele sind als Folge von Programmbündeln konzipiert, in denen die Werke in unterschiedlichen Kombinationen wiederkehren. Dadurch entsteht kein linearer Festivalverlauf, sondern ein rotierendes System aus Oper, Konzert und szenischen Formaten. So entsteht ein Programm, das weniger über Einzelabende als über Konstellationen funktioniert: Werke, Künstlerinnen und Künstler treten in wechselnden Kombinationen auf, wodurch sich die dramaturgische Linie des Sommers erst im Verlauf der Wochen vollständig erschließt.
Bühne | Performance
12.07.2026 | 18 bis 19.20 Uhr
Circa | Franui Musicbanda: Urlicht Primal Light - Gustav Mahler goes circusBühne | Performance
16.07.2026 | 19 bis 20.20 Uhr
Circa | Franui Musicbanda: Urlicht Primal Light - Gustav Mahler goes circus