Als „ein Mädchen in Rage“ sieht der Regisseur Krzysztof Warlikowski die Titelgestalt in Strauss’ Oper Salome: „Sie erträgt die unterbewusste Sexualität in ihrer Familie nicht.“ Marlis Petersen gibt ihr Rollendebüt in dem Drama rasenden Begehrens. Kirill Petrenko dirigiert die Eröffnungspremiere der Festspiele, und er steht auch am Pult, wenn das Werk im Rahmen von „Oper für alle“ auf den Max-Joseph-Platz übertragen wird. In der zweiten Festspiel-Premiere lässt Barrie Kosky Händels Agrippina als „Dramatic Comedy“ von Macht und Erotik über die Bühne wirbeln.
Festspiel-Zeit bedeutet Werkschau des Repertoires. Alle Neuproduktionen der Saison kehren in Premierenbesetzung auf die Bühne zurück: Smetanas Verkaufte Braut ebenso wie Glucks Alceste und Puccinis La fanciulla del West. Bo Skovhus zeigt als Karl V. in Ernst Kreneks Zwölfton-Oper, wie vergeblich die Hoffnung auf Heilsbringer ist. Und Jonas Kaufmann erweckt mit Anja Harteros Verdis Eifersuchtstragödie Otello erneut zu aufwühlendem Bühnenleben. Erwartungsfrohe Wiederbegegnung gibt es mit den Publikumslieblingen: Sonya Yoncheva wählt als Norma in Jürgen Roses Bellini-Inszenierung den ergreifenden Liebestod auf dem Scheiterhaufen. Alex Esposito und Olga Kulchynska finden in Mozarts Le nozze di Figaro nach zahllosen Liebeswirren glücklich zusammen, während Stefano La Colla und Anja Harteros in Giordanos Revolutionsdrama Andrea Chénier gemeinsam zum Schafott schreiten.
„Alles was recht ist“ lautet das Spielzeit-Thema im Jahr der Europawahl. Die Festspiel-Werkstatt greift es auf. Im Festspiel-Prolog fragen Jugendliche im Musiktheaterprojekt Eva und Adam nach einem Neuanfang in einer fremden Welt. In Minas Borboudakis’ Oper Z setzt sich die Werkstatt mit dem Rechtsstaat auseinander. Und in Requiem für einen Lebenden sucht sie sich der Lebenssituation eines zum Tode Verurteilten anzunähern. Für den einen festlichen Abschluss sorgen traditionsgemäß Wagners Meistersinger mit Kirill Petrenko als musikalischem Leiter und Wolfgang Koch als Hans Sachs.

Münchner Opernfestspiele

27.06.2019 bis 31.07.2019

München | Deutschland

Seit 1875 veranstaltet die Bayerische Staatsoper mit den Münchner Opernfestspielen den jährlichen Höhepunkt des Münchner Kultursommers. 2019 stehen neben den beiden Festspielpremieren von „Salome“ und „Agrippina“ alle Neuproduktionen der Saison auf dem Programm. Zudem gibt es eine Vielzahl an Kammerkonzerten und Liederabenden, unter anderem mit Marlis Petersen, sowie hochkarätig besetzte Vorstellungen von Andrea Chénier, L’elisir d’amore und Le nozze di Figaro. Und: Zeitgenössisches Ballett im Prinzregententheater!

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