Festspiel-Guide

Wagner 22

2022 spielt die Oper Leipzig sämtliche 13 Bühnenwerke Richard Wagners in ihrer Entstehungsreihenfolge.

Alle Wagneropern in drei Wochen! Die Oper Leipzig hat sich unter der Leitung von Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer Unglaubliches vorgenommen: Bis 2022 wird sie alle 13 Opern des großen Komponisten im Spielplan haben. Im Juni und Juli 2022 werden sie dann alle in der Reihenfolge ihrer Entstehung gespielt – nur die vier Teile des berühmten Ring des Nibelungen werden nicht in ihrer zeitlichen Chronologie, sondern an vier aufeinanderfolgenden Abenden in ihrer Erzählreihenfolge gegeben – schon das allein ein spektakulärer Kraftakt! 

"Wagners Werke sind tragisch, leidenschaftlich, romantisch und märchenhaft"

Bereits 2013 begann die Erfolgsgeschichte „Wagner in Leipzig“. Anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten brachte die Oper Leipzig die drei selten gespielten Frühwerke Richard Wagners (Die Feen, Liebesverbot und Rienzi) heraus und gastierte damit in der Wagner-Stadt Bayreuth. So wurde auch eine Brücke zwischen den beiden wohl international wichtigsten Wagner-Städten geschlagen: seiner Geburtsstadt Leipzig und seiner langjährigen Lebens- und Wirkungsstätte Bayreuth.

In den darauffolgenden Jahren wurde an einer Neuinszenierung des Ring des Nibelungen durch die englische Regisseurin und Choreografin Rosamund Gilmore geschmiedet, die seit 2016 fester Bestandteil des Repertoires ist und jährlich Tausende Menschen begeistert. 2018 folgte dann die Neuproduktion von Tannhäuser durch den berühmten katalanischen Regisseur Calixto Bieito, die auch zum Hongkong Arts Festival eingeladen wurde, gefolgt von Der fliegende Holländer und Tristan und Isolde im Jahr 2019. Zum vollständigen Wagner-Glück fehlen Leipzig bis 2022 also nur noch Die Meistersinger von Nürnberg und Lohengrin, die beide bis dahin noch erarbeitet werden – Letzterer bereits in der kommenden Spielzeit in einer Inszenierung von Wagner-Urenkelin Katharina Wagner. 

"Man braucht kein intellektuelles Wissen, um Wagner zu verstehen"

„Wagners Werke sind vieldimensional, sie sind tragisch, leidenschaftlich, sind romantisch und märchenhaft, sprechen allgemeinmenschliche Konflikte an, haben aber auch Humor und Witz, kurzum, sie sind universell. Man braucht kein intellektuelles Wissen, um Wagner zu verstehen“, so die Überzeugung von Ulf Schirmer, Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig. Die Stadt sei regelrecht mit Musikgeschichte getränkt, weshalb er das ehrgeizige Projekt mit allen Wagner-Opern in drei Wochen unbedingt hier realisieren wollte – in ansprechender Erzählweise, das ist Schirmer als eingefleischtem Cineasten wichtig, und bürgernah, so wie die Leipziger Oper von jeher war, die Musiktheater als Kunstform im gesellschaftlichen Mittelpunkt versteht.

Als drittältestes bürgerliches Opernhaus Europas blickt die Leipziger Oper auf eine über 325-jährige Geschichte zurück und beherbergt mit dem weltberühmten Gewandhausorchester eines der traditionsreichsten Ensembles der Welt. Zusammen mit herausragenden Solisten und Dirigenten gestaltet es Aufführungen höchster musikalischer Qualität. Neben den großen Werken Wagners plant die Oper Leipzig auch ein thematisch anspruchsvolles Rahmenprogramm. Die Stadt wird das weltweit einzigartige Ereignis sowohl kulinarisch als auch touristisch zu einem Gesamterlebnis vervollständigen.

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