Salzburger Adventsingen
Foto: Salzburger Adventsingen

Bis zu 40.000 Menschen werden sich wieder beim Salzburger Adventsingen versammeln, dieses Jahr auch, um 200 Jahre „Stille Nacht!Heil’ge Nacht!“ zu feiern.

Es ist wieder so weit! Nur alle zehn Jahre erklingt „Stille Nacht! Heil’ge Nacht“ beim Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus. Als Zeichen der Wertschätzung soll die Darbietung des berühmten Weihnachtsliedes, das vielen auch das schönste ist, ein besonderes Ereignis bleiben. Und das ist es in diesem Jahr über die Maßen. Denn das Lied, das seit 2011 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe gehört, wird 200 Jahre alt. 1818 kam es in der St. Nikola-Kirche der Gemeinde Oberndorf nördlich von Salzburg erstmals zur Aufführung. Als Botschaft des Friedens und der Liebe wurde es geschaffen. Der Hilfspriester Joseph Mohr und der Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber, die Schöpfer des Liedes, brachten nach den Schrecken der Napoleonischen Kriege darin ihre Hoffnung auf Frieden und bessere Zeiten zum Ausdruck.

Das Salzburger Adventsingen ist in Zeiten großer Not und tiefer Friedensehnsucht entstanden. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vom Volksmusiker Tobi Reiser als Gedenkstunde für gefallene oder vermisste Freunde ins Leben gerufen. Die Gästezahl der zunächst kleinen Andacht stieg von Jahr zu Jahr. 1960 fand das Adventsingen erstmals im neu erbauten Großen Festspielhaus statt. Bis zu 40.000 Gäste versammeln sich seither Jahr für Jahr, um bei adventlichem Spiel und alpenländischen Liedern und Weisen sowie komponierten Werken Erbauung zu finden. Zu den Mitwirkenden zählen 150 SängerInnen, MusikantInnen, SchauspielerInnen und die Salzburger Hirtenkinder mit ihrer erfrischenden Unbekümmertheit.

Im Jubiläumsjahr des „Stille Nacht“-Liedes sind die Gäste eingeladen, sich mit dem Adventsingen auf eine Reise in das Jahr 1818 zu begeben. Das szenische Spiel erinnert vor dem Hintergrund der biblischen Adventgeschichte an die Lebensumstände in der verarmten Salzschiffer-Gemeinde. Sie müssen um Arbeit und Verdienst bangen, als auf dem Wiener Kongress Europa eine neue Ordnung erhält. Die Salzach bildet nun eine neue „nasse“ Grenze zum Königreich Bayern, und Oberndorf wird von seinem Stadtzentrum in Laufen am gegenüberliegenden Ufer getrennt. Mit ihrem Schiffertheater bringen die Oberndorfer, die auch als Kirchensinger aktiv sind, ein adventliches Spiel zur Aufführung. Nach ergreifenden Worten und schlichten Klängen erheben sich alle und stimmen gemeinsam den feierlich getragenen Andachtsjodler an: „Djo, djoiri…“. Zu welchem Zeitpunkt jenes Weihnachtslied ertönt, das heute in mehr als 300 Sprachen Menschen in aller Welt berührt, soll eine Überraschung bleiben.

 

Salzburger Adventsingen

30.11.2018 bis 16.12.2018

Salzburg | Österreich

Im Jubiläumsjahr 200 Jahre „Stille Nacht“ besinnt sich das Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus auf die Entstehungsgeschichte dieses Liedes.