Festspiel-Guide

Mythos, Sünden, Leidenschaft

Die Münchner Opernfestspiele locken vom 21.6. bis 31.7.2020 mit starken Premieren und gefragten Wiederaufnahmen.

Die Opernfestspiele 2020 müssen wegen COVID-19 leider entfallen!

Ausgrenzung, Stigmatisierung, Missbrauch des Sündenbocks – Hans-Werner Henzes Einakter Das Wundertheater stellt schonungslos die Scheinheiligkeit der Gesellschaft bloß. Das Werk wird unter anderem durch eine Neukomposition von Lisa Streich zu einem Triptychon erweitert.  Mit dieser Produktion der Festspiel-Werkstatt starten die Münchner Opernfestspiele im Utopia, der ehemaligen Münchner Reithalle. 

Im Prinzregententheater folgt die Festspiel-Premiere von Jean-Philippe Rameaus Mythen-Klassiker Castor et Pollux in einer Inszenierung von Hans Neuenfels. Und im großen Haus wird Giuseppe Verdis Falstaff unter der Leitung von Generalmusikdirektor Kirill Petrenko in der Regie von Metja Koležnik Premiere feiern. 

Neben den Premieren kehren während der Festspiele auch viele Neuproduktionen der laufenden Saison auf die Bühne des Nationaltheaters zurück: Die tote Stadt, The Snow Queen, Judith (Foto) und I masnadieri – alle mit den Künstlern der Premierenserien besetzt. Außerdem sind Eugen Onegin, Orlando Paladino, Otello und Rigoletto zu erleben.

Geschlechter- und Liebesfragen in der Festspiel-Werkstatt

Lange Tradition haben in München die „Oper-für-alle“-Veranstaltungen, die 2020 an zwei aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden. Der Eintritt ist, dank des langjährigen Partners BMW München, frei. Am 18. Juli leitet Andrea Battisoni ein Konzert auf dem Max-Joseph-Platz und am 19. Juli wird Korngolds Die tote Stadt mit Jonas Kaufmann und Marlis Petersen live nach draußen übertragen.

Die Festspiel-Werkstatt wird Philip Venables Out of the box zur Uraufführung bringen, das den weltweiten Gewinnspielwahn thematisiert, sowie die Münchner Erstaufführung von Michael Tippetts Oper The Knot Garden gestalten, die Geschlechter- und Liebesfragen verhandelt.