Festspiel-Guide

Bregenzer Festspiele

Ganz großes See-Kino

Bregenzer Festspiele

Neben der Wiederaufnahme von Carmen bieten die Bregenzer Festspiele einige Opernraritäten.

Für ein paar Wochen im Sommer ist Bregenz immer auch ein bisschen Hollywood“, fand man 2017 im ZDF heutejournal in einem Bericht über die Bregenzer Festspiele. Auch 2017 hatten sich die Organisatoren selbst übertroffen. Es Devlins Bühnenbild zu Georges Bizets Carmen ist spektakulär: zwei rotlackierte Hände, die 20 Meter aus dem Bodensee herausragen und Dutzende Spielkarten mischen. 37 Technikunternehmen waren am Bühnenbildaufbau beteiligt. Carmen bekam so den besten Blick auf die wunderbare Landschaft der Voralpen; und die 7.000 Zuschauer pro Vorstellung die beste Musik aus 900 Lautsprechern zu hören sowie ein Multimedia-Spektakel auf der Bühne. Über eine Viertelmillion Gäste zählten die Festspiele 2017 insgesamt. Wer die Carmen verpasste oder nicht in London war, wo das nachgebaute Bühnenmodell im Londoner Victoria and Albert Museum ausgestellt wurde, der muss 2018 nach Bregenz zu einer der 29 Aufführungen kommen.

80 Veranstaltungen stehen auf dem Programm der Festspiele. Eröffnet werden sie mit der Oper Beatrice Cenci von Berthold Goldschmidt (1903 – 1996), der von den Nazis verfemt wurde. In Böhm von Paulus Hochgatterer setzt sich Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan kritisch mit dem Dirigenten Karl Böhm auseinander, der zwar kein Parteimitglied, aber doch ein Profiteur der NS-Diktatur war. Eine, die unter Böhm sang, ist Kammersängerin Brigitte Fassbaender. In Bregenz gibt sie einen Meisterkurs und inszeniert Rossinis Der Barbier von Sevilla. Außerdem: Musik & Poesie, Orchesterkonzerte und zwei weitere Opern: Thomas Larchers Das Jagdgewehr und Astor Piazzollas María.

 

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