Beethoven war ein großer Briefeschreiber. Allein seine erhaltene Korrespondenz an Freunde, Verwandte, Verleger und Gönner füllt mehrere Bände. Da bittet er etwa um Nachsicht bei der Rückzahlung seiner Schulden, politisiert mit seinem Verleger, flirtet leidenschaftlich mit einer Gräfin, erteilt als Vormund seines Neffen Erziehungsratschläge oder verzweifelt gegenüber seinen Brüdern über seine fortschreitende Taubheit, quält sich sogar mit Selbstmordgedanken. Und dann wäre da noch der legendäre Brief an seine „Unsterbliche Geliebte“, über den sich Beethovenforscher bis heute die Haare ausraufen, ist die Identität der Adressatin doch ungeklärt.

Kein Wunder also, dass die Deutsche Post, die damals schon die Briefe des prominenten Komponisten transportierte, zu seinem 250. Geburtstag eine prachtvolle Sonderbriefmarke herausbrachte – und zwar in einer Rekorderstauflage von 626 Millionen Stück, der höchsten Erstauflage seit Bestehen der Deutschen Post AG. Die Heimat Bonn und den weltoffenen Geist teilt die Post übrigens mit dem berühmten Jubilar, weshalb sie die Marke unbedingt selbst gestalten wollte – herausgegeben werden Briefmarken nämlich vom Bundesfinanzministerium.

Beethovens Signatur in Silber-Metallic

So entwarf Thomas Steinacker, Grafikdesigner der Deutschen Post, eine Marke mit Beethovens stilisierter Silhouette in modernem Design. Aus ihrem Kopf leuchtet ein Notenschlüssel. „Das zeigt nicht nur, wie bei allen Komponisten das Werk im Kopf entsteht“, so Designer Steinacker, der selbst großer Musikliebhaber ist, „sondern auch das besondere Zurückgeworfensein Beethovens auf seine Innenwelt aufgrund seiner Taubheit.“

Die persönliche Signatur Beethovens mit „Bthvn“ in Silber-Metallic vervollständigt das Design, ohne dass der vollständige Name des Komponisten auf der Briefmarke überhaupt noch genannt werden muss. „Das Größte, was Musik erreichen kann, ist eine Existenz außerhalb der Zeit, in der sie geschrieben wurde“, sagte einst Sänger Mark Hollis von der Band Talk Talk. Beethoven hat das mit seiner ungebrochenen Popularität erreicht. 

Neben dem Einsatz der Briefmarke haben kurzentschlossene Kreative noch bis zum 1. Mai die Möglichkeit, das Design für ein Packset „Beethoven“ zu gestalten. Infos: www.post-bonn.de.

Übrigens hat sich nicht nur Deutschland vom Jubilar zu einem Postwertzeichen inspirieren lassen. Mehr als ein Dutzend Postgesellschaften haben bereits oder werden noch Jubiläumsbriefmarken herausgeben. Darunter Portugal, die Ukraine und der Libanon.

Ausstellung „BTHVN on Tour“

Einmal mit Beethovens ertaubenden Ohren hören

Darüber hinaus hat sich die Deutsche Post DHL Group gemeinsam mit dem Beethovenhaus Bonn noch eine einzigartige mobile Ausstellung „BTHVN on Tour“ ausgedacht. Sie reiste seit einem Jahr bereits quer durch die USA und machte in London Station, bevor sie – wie so vieles andere – Corona-Pause einlegte. Gegen Ende des Jahres soll der kunstvoll gestaltete Frachtcontainer seine Fahrt aber wieder aufnehmen.

Mit an Bord sind nicht nur die wohl bekannteste Bronze-Büste Beethovens und ein Kunstdruck von Andy Warhol, sondern auch ein Hörrohr des Meisters inklusive multimedialer Möglichkeit, das eigene Hörvermögen zu testen, mit Beethovens ertaubenden Ohren und durch sein schepperndes, knarzendes Hilfsmittel zu hören. Ein digitales Notenblatt aus Beethovens Diabelli-Variationen lässt detailverliebt in seinen Schaffensprozess eintauchen – wie er schreibt, durchstreicht und wegkratzt, ergänzt und mit Anmerkungen versieht –, eine Reise in Beethovens Kopf!

BTHVN on Tour

01.01.2020 bis 31.12.2021

Weltweit | Deutschland

Zm 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven hat sich die Deutsche Post DHL Group gemeinsam mit dem Beethovenhaus Bonn unter anderem eine einzigartige mobile Ausstellung „BTHVN on Tour“ ausgedacht. Mit an Bord sind nicht nur die wohl bekannteste Bronze-Büste Beethovens und ein Kunstdruck von Andy Warhol, sondern auch ein Hörrohr des Meisters inklusive multimedialem Hörtest für die Besucher. Ein digitales Notenblatt lässt detailverliebt in Beethovens Schaffensprozess eintauchen.